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Zur Geschichte der Stofftaschentücher(entnommen aus Ciba-Rundschau 1951 von Dr. M. Braun-Ronsdorf)1. Jhdt. v. Chr. in der Antike als quadratische Leinentücher zum Abwischen des Schweißes (Sudarium) und als Schutz vor ansteckenden Krankheiten verwendet 2. Jhdt. n. Chr. als rechteckige Tücher zum Abtupfen des Mundes (Orarium) verwendet - auch zum Verbinden von Wunden 3. Jhdt. n. Chr. diente als großes Tuch (Mappa) mehr als Tischdecke und Serviette aufgrund der Verfeinerung der Tischsitten und zum Schutz der kostbaren Holztische, auch als Zeichen für den Beginn der Spiele in der Arena
4. - 5. Jhdt. in der Spätantike war das Tuch (Orarium) ein Abzeichen von Rang und Würde, von der christlichen Kirche als gefaltetes Tuch (Manipel) zur Weihe über der linken Schulter getragen 9. Jhdt. aus dem Orarium ging ein Teil des priesterlichen Ornates heraus - die Stola, sonst geringe Bedeutung bis zum Ende des 14. Jahrhunderts 15. Jhdt. in Italien entwickelten sich neue Sitten - ein Gefühl für Reinlichkeit und das Taschentuch (Fazzoletto) fand allgemeinen Gebrauch, vor allem als kostbares Ziertuch aus Seide, andere Länder wie Frankreich, Spanien und England folgten und holten den Luxusartikel an die Höfe 16. Jhdt. das Taschentuch als Zier- und Luxusgegenstand der höheren Stände in Deutschland eingeführt
18. Jhdt. mit Beginn des Tabakschnupfens am französischen Hof wird das Taschentuch auch in Bürgerkreisen allgemeiner Gebrauchsgegenstand und dann verschwand es in der Rock- und Hosentasche
Erst Anfang des 19. Jhdt. wird das Taschentuch als solches
bezeichnet und unter anderem zum Nase putzen verwendet. Es hat die
quadratische Form beibehalten, ist aus Leinen, Baumwolle, Baumwoll-Mischgewebe
oder Seide und kann bedruckt, gefärbt und verziert werden. |
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© 2002 by Cordula Stanke |